Schlagwort: Kinderkrankheiten

Läusebefall – Nur keine Panik !

Zuerst die Köpfe behandeln

Putzorgien müssen bei möglichem Läusebefall nicht sein. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp
Putzorgien müssen bei möglichem Läusebefall nicht sein.
Foto: djd/G. Pohl-Boskamp

Nur wenige Sprösslinge überstehen die Kindergarten- und Grundschulzeit ohne einen Läusebefall. Manche Kinder und deren Familien erwischt es

sogar mehrmals. Vor allem für die Mütter des infizierten Nachwuchses bedeutet dieser Vorfall Alarmstufe Rot. Panisch wird eine akribische Reinigungsaktion der gesamten vier Wände durchgeführt, Polster desinfiziert, Kuscheltiere in der Tiefkühltruhe eingefroren und alle waschbaren Textilien des gesamten Haushalts wandern in die Waschmaschine. Dabei ist es viel wichtiger, die Köpfe aller Familienmitglieder zu kontrollieren statt die gesamte Wohnung keimfrei zu machen: Läuse leben ausschließlich auf den Häuptern ihrer Opfer, wo sie etwa alle drei Stunden Blut saugen. Fernab des menschlichen Haarschopfs – etwa auf dem Teppichboden – hat der kleine Krabbler keine Überlebenschance. Zudem können die Tierchen weder fliegen noch springen. Läuse werden von Kopf zu Kopf übertragen und klettern über, wenn die Kinder sich beim Spielen nahekommen.

Hausmittel nicht effektiv

Werden auf den Kinderköpfen die gefürchteten Parasiten entdeckt, verheimlichen viele Eltern aus Scham das Problem – die Plage kann sich unbemerkt weiter verbreiten. In gut gemeinter Fürsorge traktieren einige Erwachsene die Kinderköpfe mit unwirksamen Hausmitteln. Kinderärzte warnen: Alkohol sei gegen Läuse wirkungslos und auch Essig töte diese nicht ab, schade aber der Kinderhaut. Das einzig wirkungsvolle Hausmittel sei es, die Haare abzurasieren. Doch solche radikalen Methoden sind dank moderner Läusemittel nicht mehr notwendig. Als sehr effektiv im Kampf gegen die lästigen Parasiten hat sich etwa Nyda aus der Apotheke erwiesen. Es enthält ein spezielles Dimeticon (Silikonöl), das tief in die Atemwege der Läuse und Nissen eindringt und sie ersticken lässt. Innerhalb weniger Minuten werden die Parasiten bewegungsunfähig und zeigen keine wesentlichen Lebenszeichen mehr. Zwei Behandlungen sind nötig, nach erfolgter Erstbehandlung können die Kinder bereits wieder in die Schule oder den Kindergarten gehen.

Läuse oder nicht?

Viele herkömmliche Kopflausmittel töten zwar die erwachsenen Parasiten, sind aber machtlos gegen ihre Vorstufen wie Eier und Nymphen. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp
Viele herkömmliche Kopflausmittel töten zwar die erwachsenen Parasiten, sind aber machtlos gegen ihre Vorstufen wie Eier und Nymphen.
Foto: djd/G. Pohl-Boskamp

Bei Läusewarnung im Kindergarten sollten Mütter ihre Kinder sofort auf einen Befall untersuchen, da bei Anzeichen von Juckreiz sich die Tiere bereits ausgebreitet haben. Zur Kontrolle eignen sich ein spezieller Läusekamm und eine Lupe. Ausgewachsene Läuse sind etwa drei Millimeter groß und grau. Das Läuseweibchen klebt ihre stecknadelkopfgroßen, weißlichen Eier an die Haare in der Nähe der Kopfhaut fest – das sieht aus wie eine Perlenschnur. Vor allem hinter den Ohren, an den Schläfen oder im Nacken können die sogenannten Nissen leicht entdeckt werden.

Ratgeber Rotavirus Infektion

Die Rotavirus-Impfung ist bereits ab der sechsten Lebenswoche möglich, muss jedoch bis zur 24. beziehungsweise 32. Lebenswoche abgeschlossen sein – denn je nach verwendetem Impfstoff sind zwei oder drei Impfdosen nötig.
Foto: djd/GlaxoSmithKline

Rotavirus-Infektion

Impfung kann vor schwerem Verlauf schützen

Beim Thema Impfen gehen die Meinungen auseinander. Vor allem Kinderimpfungen werden kontrovers diskutiert. Letztendlich entscheiden die Eltern, welche medizinische Prophylaxe sie ihren Kindern zukommen lassen möchten. Wichtig ist jedoch, eine Entscheidung auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen und detaillierter Aufklärung zu treffen. Nur wer weiß, wovon er spricht, kann Pro und Kontra kompetent abwägen. Die Rotavirus-Impfung muss bereits in den ersten Lebenswochen verabreicht werden, hier ist also eine frühe Entscheidung nötig.

Sind Rotaviren wirklich so schlimm?

Rotaviren sind die häufigste Ursache für Brechdurchfall-Erkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Problematisch ist die schnelle Austrocknung der kleinen Körper aufgrund von bis zu 20 Brechdurchfall-Attacken am Tag. Etwa 24.000 Kinder müssen jährlich in Deutschland stationär im Krankenhaus wegen einer Rotavirus-Infektion behandelt werden, was eine große Belastung für die gesamte Familie ist (Kinder- und Jugendarzt, 10/2012).

Etwa 24.000 Kinder müssen jährlich in Deutschland stationär im Krankenhaus wegen einer Rotavirus-Infektion behandelt werden.
Foto: djd/GlaxoSmithKline

Was kann die Impfung?

Die Schluckimpfung ist in Deutschland seit 2006 zugelassen und kann helfen, die schweren Verläufe einer Rotavirus-Infektion zu verhindern. Die Effektivität der Impfung zur Vermeidung eines Krankenhausaufenthalts beträgt in den ersten beiden Jahren nach der Impfung etwa 92 Prozent. In den Zulassungsstudien für die Impfstoffe konnte sogar eine durchschnittlich 80-prozentige Reduktion aller Rotavirus-Erkrankungen – unabhängig vom Schweregrad – nachgewiesen werden (Robert Koch-Institut).

Wie wirkt die Impfung?

Mit der unkomplizierten Schluckimpfung werden abgeschwächte Erreger verabreicht. Es wird dabei die natürliche Infektion nachgeahmt, jedoch kommt es nicht zum Ausbruch der Krankheit. So kann die Impfung helfen, vor einigen der häufigsten Rotavirus-Typen zu schützen. Eine Impfung ist bereits ab der sechsten Lebenswoche möglich, muss jedoch bis zur 24. beziehungsweise 32. Lebenswoche abgeschlossen sein – denn je nach verwendetem Impfstoff sind zwei beziehungsweise drei Impfdosen nötig.

Situation in Deutschland

Bislang gibt es keine bundesweite Impfempfehlung gegen Rotaviren. Allerdings raten die Landesgesundheitsämter von Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein klar zur Rotavirus-Schluckimpfung, ebenso die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und die Sächsische Impfkommission (SIKO). In Sachsen stieg die Impfrate von 36 Prozent im Jahr 2008 auf über 63 Prozent im Jahr 2010. Parallel dazu halbierten sich die Erkrankungszahlen (Kinder- und Jugendarzt, 10/2012).