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Schutz vor Scheidenpilz

Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Bei schwächelnden Abwehrkräften haben es Krankheitserreger oft leicht. Dies gilt auch für Pilze, die sich an den verschiedensten Stellen des Körpers ansiedeln können. Ein intaktes Immunsystem wehrt sie ab, doch wenn die Abwehr angegriffen ist, haben die Pilze ein leichtes Spiel. Sie vermehren sich und es kann zur Mykose kommen, einer Infektion.

Symptome für Scheidenpilz

Unbeschwerte Nähe zu zweit kann man nur genießen, wenn "untenrum" alles gesund ist. Foto: djd/KadeFungin/thx
Unbeschwerte Nähe zu zweit kann man nur genießen, wenn „untenrum“ alles gesund ist.
Foto: djd/KadeFungin/thx

Die Kopfhaut, Hautoberfläche, Nägel und Füße sind häufig betroffen. Die Infektionen werden meist durch Fadenpilze hervorgerufen und zu den typischen Symptomen zählen Rötungen, Bläschen, Schuppen und Juckreiz. Nagelpilz hingegen äußert sich in Verdickungen und einer Gelbfärbung. Zur gründlichen Diagnose sollte der Dermatologe aufgesucht werden, der eine geeignete Behandlung verordnet, beispielsweise mit Salben oder Gels mit wirksamen Inhaltsstoffen. Der Nagelpilz ist etwas hartnäckiger und muss konsequent mit Tinkturen und Lacken, in manchen Fällen sogar mit Medikamenten bekämpft werden.

Scheidenpilz – Ursachen und Behandlung

Pilzinfektionen in der Intimzone sind besonders lästig und unangenehm. Laut Einschätzungen sind drei Viertel aller Frauen einmal von dieser Erkrankung betroffen. Zu den Ursachen zählen in den meisten Fällen Hefepilze aus der Gattung Candida albicans, die sich in Rötungen, Brennen, Juckreiz sowie krümelig-weißem Ausfluss äußern. Eine schnelle und zuverlässige Behandlung kann mit dem Wirkstoff Clotrimazol erfolgen.

Vorbeugung ist wichtig

Für Scheidenpilz anfällige Frauen sollten rechtzeitig vorbeugen. Die sensible Intimflora kann durch aggressive Reinigungsmittel und Parfümstoffe gereizt werden, was Infektionen begünstigen kann. Im Urlaub sind besonders viele Frauen vom Scheidenpilz betroffen. Die stressigen Reisevorbereitungen, das ungewohnte Klima und Essen, all das kann das Immunsystem schwächen. Pilze lieben ohnehin das feuchtwarme Milieu. Daher sollte nasse Badekleidung immer sofort gewechselt werden. Zur eventuellen Behandlung sollte in der Reiseapotheke ein Antimykotikum mitgenommen werden, beispielsweise das frei verkäufliche Produkt KadeFungin 3. Genauere Informationen gibt es auf scheidenpilz.com.

Nicht hinter jedem Symptom steckt ein Scheidenpilz

Bei einem Jucken oder Brennen in der Intimzone muss aber nicht immer ein Scheidenpilz die Ursache sein. Die Symptome können ebenso ein Anzeichen für andere Infektionen sein, beispielsweise eine durch Darmbakterien ausgelöste bakterielle Vaginose, die sich in einem dünnflüssigen und gelbgrauen Ausfluss sowie einem fischigen Geruch äußert. Diese Erkrankung wird meist mit Antibiotika behandelt. Eine weitere Ursache kann eine Blasenentzündung sein, die sich durch Schmerzen beim Wasserlassen bemerkbar macht. Reichliches Trinken sowie eine Wärmflasche für den Bauch schaffen meist Abhilfe. Ansonsten sind auch hier Antibiotika nötig.

Salzstangen ja, Cola nein

Was Kindern gut bei Durchfall hilft

Wenn Kinder unter Durchfall und Erbrechen leiden, brauchen sie vor allem eins: Flüssigkeit.

Aber sie verlieren auch Körpersalze, Elektrolyte. Um sie zu Durchfall ist nicht angenehmersetzen, können Salzstangen helfen. „Sie gleichen den Elektrolyt-Haushalt wieder aus“, sagt Dr. med. Nele Malarski aus Weimar im Apothekenmagazin „Baby und Familie“. Von Cola dagegen, einem immer wieder gehörten Tipp, aber rät Malarski ab. „Der Zuckergehalt ist zu hoch, und die Kohlensäure kann wiederum Blähungen verursachen.“ Bitte dem Kind auch keine Milch oder Milchprodukte geben. Die Laktose kann die Dauer des Durchfalls verlängern. Muttermilch ist aber erlaubt. Unverdünnte Fruchtsäfte sind tabu, solange der Bauch wehtut. In Apotheken gibt es spezielle Elektrolytlösungen für Kinder. Diese Pulver setzt man zuhause mit Wasser an.

Quelle: Presse-News Wort & Bild Verlag, Apothekenmagazin „BABY und Familie“ – www.baby-und-familie.de

Foto: © lisalucia – Fotolia.com

Wenn das stille Örtchen zur Bleibe wird

Am 29.05.2013 ist Weltverdauungstag

Wer unter Durchfall leidet und oft auf das stille Örtchen muss, um unter Qualen seinen Darminhalt zu entleeren, empfindet dies meist als sehr belastend. Doch Fakt ist – Durchfall gilt nicht als Erkrankung, sondern ist lediglich ein Symptom, hinter der sich eine Störung im Körper verbirgt, die eine verstärkte Ausscheidung über den Darm nach sich zieht. So versucht der Organismus, sich auf schnellstem Weg schädlicher Stoffe zu entledigen. Das können Mikroorganismen im Darm sein, Viren oder Bakterien, oder auch verdorbene Nahrungsmittel oder unverträgliche Stoffe. Damit wird verhindert, dass sich Keime ansiedeln und vermehren oder gesundheitsschädigende Stoffe von der Darmschleimhaut in den Körper gelangen. Bei Erwachsenen ist eine Durchfallerkrankung zwar sehr lästig, aber geht nach wenigen Tagen oft von selbst wieder vorbei.

Expertentipp zu Durchfall

Kinder und Säuglinge hingegen leiden besonders stark. Sie haben bei Durchfall-Erkrankungen nicht selten Fieber, oft kommt Erbrechen hinzu. Auch Bauchschmerzen und Übelkeit sind übliche Begleitsymptome. Was bei Durchfall-Erkrankungen ratsam ist, weiß der Berliner Gastroenterologe PD Dr. med. Harald Matthes, Ärztlicher Leiter Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe: „Die Behandlung akuter Diarrhöen mit Laktobazillen wirkt sich hoch signifikant verkürzend und abmildernd auf den Krankheitsverlauf aus. Lacteol eignet sich für alle Typen der akuten infektiösen Diarrhö und kann auch bei immunreduzierten Patienten, Säuglingen und kleinen Kindern als First-Line-Therapie eingesetzt werden.“

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Wichtig ist, dass die kleinen Patienten viel trinken, damit der Durchfall nicht zu einer Austrocknung des Körpers führt.
Foto: djd/G. Pohl-Boskamp

Alarm für kleine Patienten

Wichtig ist, dass die kleinen Patienten viel trinken, damit der Durchfall nicht zu einer Austrocknung des Körpers führt. Durch die massiven wässrigen oder schleimigen Stühle verlieren vor allem Säuglinge sehr viel Flüssigkeit. Je jünger das Kind, desto schneller muss wegen der Gefahr des Austrocknens ein Arzt aufgesucht werden. Alarmsignale für einen starken Flüssigkeitsverlust bei Babys sind eine eingesunkene Fontanelle, auffallende Schläfrigkeit, Apathie und trockene rissige Lippen.

Auslöser für Durchfall

Akuter Durchfall
Eine Infektion (Darmgrippe) oder eine Lebensmittelvergiftung durch verunreinigte Nahrung ist der Auslöser. Bei Reisedurchfall sind oft Bakterien für die Symptome verantwortlich. Einige Menschen reagieren auf Medikamente mit Durchfall (Antibiotika). Oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit wie Laktoseintoleranz oder Zöliakie verbirgt sich dahinter. Chronischem Durchfall liegt oft ein Reizdarm-Syndrom zugrunde. Verstopfung und Durchfall im Wechsel auf Stress und Anspannung verstärkt die Symptomatik. Chronischer Durchfall hält länger als 14 Tage an.

Ratgeber Rotavirus Infektion

Die Rotavirus-Impfung ist bereits ab der sechsten Lebenswoche möglich, muss jedoch bis zur 24. beziehungsweise 32. Lebenswoche abgeschlossen sein – denn je nach verwendetem Impfstoff sind zwei oder drei Impfdosen nötig.
Foto: djd/GlaxoSmithKline

Rotavirus-Infektion

Impfung kann vor schwerem Verlauf schützen

Beim Thema Impfen gehen die Meinungen auseinander. Vor allem Kinderimpfungen werden kontrovers diskutiert. Letztendlich entscheiden die Eltern, welche medizinische Prophylaxe sie ihren Kindern zukommen lassen möchten. Wichtig ist jedoch, eine Entscheidung auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen und detaillierter Aufklärung zu treffen. Nur wer weiß, wovon er spricht, kann Pro und Kontra kompetent abwägen. Die Rotavirus-Impfung muss bereits in den ersten Lebenswochen verabreicht werden, hier ist also eine frühe Entscheidung nötig.

Sind Rotaviren wirklich so schlimm?

Rotaviren sind die häufigste Ursache für Brechdurchfall-Erkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Problematisch ist die schnelle Austrocknung der kleinen Körper aufgrund von bis zu 20 Brechdurchfall-Attacken am Tag. Etwa 24.000 Kinder müssen jährlich in Deutschland stationär im Krankenhaus wegen einer Rotavirus-Infektion behandelt werden, was eine große Belastung für die gesamte Familie ist (Kinder- und Jugendarzt, 10/2012).

Etwa 24.000 Kinder müssen jährlich in Deutschland stationär im Krankenhaus wegen einer Rotavirus-Infektion behandelt werden.
Foto: djd/GlaxoSmithKline

Was kann die Impfung?

Die Schluckimpfung ist in Deutschland seit 2006 zugelassen und kann helfen, die schweren Verläufe einer Rotavirus-Infektion zu verhindern. Die Effektivität der Impfung zur Vermeidung eines Krankenhausaufenthalts beträgt in den ersten beiden Jahren nach der Impfung etwa 92 Prozent. In den Zulassungsstudien für die Impfstoffe konnte sogar eine durchschnittlich 80-prozentige Reduktion aller Rotavirus-Erkrankungen – unabhängig vom Schweregrad – nachgewiesen werden (Robert Koch-Institut).

Wie wirkt die Impfung?

Mit der unkomplizierten Schluckimpfung werden abgeschwächte Erreger verabreicht. Es wird dabei die natürliche Infektion nachgeahmt, jedoch kommt es nicht zum Ausbruch der Krankheit. So kann die Impfung helfen, vor einigen der häufigsten Rotavirus-Typen zu schützen. Eine Impfung ist bereits ab der sechsten Lebenswoche möglich, muss jedoch bis zur 24. beziehungsweise 32. Lebenswoche abgeschlossen sein – denn je nach verwendetem Impfstoff sind zwei beziehungsweise drei Impfdosen nötig.

Situation in Deutschland

Bislang gibt es keine bundesweite Impfempfehlung gegen Rotaviren. Allerdings raten die Landesgesundheitsämter von Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein klar zur Rotavirus-Schluckimpfung, ebenso die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und die Sächsische Impfkommission (SIKO). In Sachsen stieg die Impfrate von 36 Prozent im Jahr 2008 auf über 63 Prozent im Jahr 2010. Parallel dazu halbierten sich die Erkrankungszahlen (Kinder- und Jugendarzt, 10/2012).